18 Kinder. 18 Werke. Eine Ausstellung im Bürgerpolizei-Posten an der Eisenbahnstraße.
KunstheldInnen aus dem Kiez: Wenn Kinder ihre Superkräfte beschreiben und sichtbar machen, entsteht etwas Besonderes. In einer ganz besonderen Kunst-Galerie zeigen Wunderfinder-Kinder, was sie besonders macht. Sie erfüllen die sanierten Räume des Polizei-Postens auf der Eisenbahnstraße mit Phantasie und Farbe.


Die Ausstellung ist mehr als eine Schau: Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Wunderfindern und der örtlichen Bürgerpolizei – ein Miteinander, das Vertrauen schafft, Brücken baut und zeigt, wie Prävention aussehen kann, wenn sie von Begegnung lebt.
In mehreren Workshops haben 18 Kinder aus dem Eisenbahnstraßen-Kiez ihre ganz eigenen Power-Wesen entwickelt – kraftvolle, fantasiereiche Figuren, die zeigen, was in den Kindern steckt. Entstanden sind Bilder, die etwas zu sagen haben. Und die es verdient haben, gezeigt zu werden.

Die Vernissage
Den Rahmen dafür schuf eine Vernissage am 22. Juni 26 im Bürgerpolizei-Posten an der Eisenbahnstraße – einem Ort, der nicht zufällig gewählt war. Die Kinder stellten mitten im Kiez aus, in einem Raum, der sonst Schwelle sein kann. Mit der „Police Art Gallery“ wurde er zum farbenfrohen Begegnungsraum.

Hauptkommissar Ron Taube, Initiator des Galerie-Projektes, hatte sich ein tolles, sehr kindgerechtes Programm überlegt und führte durch die gut besuchte Veranstaltung, welche zunächst auf der Wiese im Stadtteilpark Rabet startete. Mit seiner Moderation bestärkte er den Mut, die Fantasie und die Einzigartigkeit der anwesenden Kinder, die an diesem Nachmittag alle ein Stück gewachsen sein dürften. Der Kinderchor der Grundschule am Rabet unter Leitung von Gabriele Lamotte versprühte Lebendigkeit und Frohsinn – trotz sengender Hitze am Tag der Eröffnung. Die Fahrradstaffel der Polizei begleitete das Event, die Hundestaffel zeigte in einer spielerischen Vorführung, wie ihr Spürhund Roland arbeitet – und wurde damit zum heimlichen Star des Tages. Seite an Seite vielleicht mit Poldi, dem eigens aus Dresden angereisten Maskottchen der Polizei Sachsen.

Weitere Ehrengäste waren Polizeipräsident René Demmler und der Leiter des Ordnungsamts, Matthias Laube. Von der das Projekt finanziell fördernden BW-Bank waren Jens Körber und Johannes Duwensee zugegen und überreichten feierlich einen Spendenscheck. Viele Ehrenamtliche, Stifterinnen und Stifter hatten den Weg ins Rabet gefunden. Vor allem aber waren die Kunstheldinnen und -helden selbst dabei – mit ihren stolzen Familien.

Nachdem auf der Wiese der Schlüssel für die Galerie gefunden und verzaubert worden war, begab sich die Festgesellschaft, eskortiert durch die Fahrradstaffel, in die Eisenbahnstraße 84, wo die Powerwesen der Kinder zu besichtigen sind. Eine festliche Torte sorgte für das leibliche Wohl und angesichts der Hitze wurde auch der Saftbar gut zugesprochen. Die farbstarken Collagen an den Wänden, die von den Kindern zu ihren Werken erstellten Steckbriefe luden zum Anschauen ein und es entstand viel Raum für Begegnung und Gespräche zwischen den Kunstschaffenden, den Gästen und dem Team der Bürgerpolizei.


Vielen Dank für die gelingende Zusammenarbeit
In Zeiten und an Orten, wo Misstrauen schnell entsteht, hat ein Nachmittag wie dieser eine wichtige Ausstrahlung in viele Richtungen. Menschen sind sich begegnet – und das bewirkt sehr viel. Ganz unmittelbar aber vor allem auch auf lange Sicht.
Als Bürgerstiftung Leipzig sind wir froh und stolz, mit den Wunderfindern und diesem Kunst-Projekt einen kleinen Beitrag zu diesem zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt leisten zu können. Dafür sind wir da.
Wir danken Hauptkommissar Ron Taube für die tatkräftige Umsetzung seiner nachhaltig guten Idee, Polizeimeisterin Gundel Minge für die „wunder-bare“ und langjährige Zusammenarbeit mit den Wunderfindern und allen beiden für ihre Kreativität und Energie in der Umsetzung. Vielen Dank an Polizeipräsident René Demmler und Revierleiterin Sylvia von Wlkanowa für das Ermöglichen! Außerdem dem Team der Bürgerpolizei für Raum, Zeit, Dabeisein und Unterstützung der Police Art Gallery.
Unserer formidablen Workshopleiterin Beatrice Barth möchten wir für die wunderbare Umsetzung mit den Kindern und das so gelingende Konzept der Power-Wesen danken. Außerdem Julia Grath, Ben Horn und Tanja Schlinsog von den Horten der August-Bebel-Grundschule, der Grundschule am Rabet und der Wilhelm-Wander-Grundschule, ohne deren rührige Unterstützung die Kinder den Weg in die Workshops kaum gefunden hätten. Ebenso unseren Wunderpatinnen und -paten, die die Kinder zu und durch die Workshops begleitet haben. Allen Helfenden bei der Hängung der Bilder, Vorbereitung und Durchführung der Galerieeröffnung ein herzliches Dankeschön!
Wir danken unserer Fördermittelgeberin, der BW-Bank für die großzügige Spende, die die Kunst im Kiez ermöglicht hat.
Vor allem danken wir unseren jugendlichen Kunstheldinnen und -helden für die Inspiration, ihre Fantasie und Kreativität, die uns zum Staunen gebracht hat und deren Kunst nun die zuvor kahlen Wände leuchten lässt.
Was das Projekt bewirkt hat
- Kinder im Mittelpunkt
Das Erleben, mit den eigenen Werken sichtbar zu sein – das bestärkt. Die Kinder durften sich zeigen und wurden gesehen. An diesem Tag sind einige junge Menschen ein paar Zentimeter gewachsen. - Familien gesehen
Eltern mit Migrationsgeschichte erlebten einen Nachmittag, der ihnen und ihren Kindern Sichtbarkeit und Stolz gab – keine Selbstverständlichkeit. Einige „Wurzeln“ wurden durch dieses Projekt neu ausgebildet. - Kiez und Bürgerpolizei näher zusammen gerückt
Ein gemeinsamer Nachmittag kann mehr bewirken als viele Plakate und Schilder. Vertrauen entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen. - Ehrenamt erlebbar
Zahlreiche Freiwillige und KollegInnen der Bürgerpolizei haben das Projekt getragen. Für viele Anwesende wurde Engagement an diesem Abend greifbar und nahbar.
Die Police Art Gallery ist zu sehen:
Öffnungs- und Sprechzeiten der Polizei-Außenstelle Neustadt Neuschönefeld (Eisenbahnstr. 84):
Mo: 09:00 – 12:00 Uhr
Di: 14:00 – 17:00 Uhr
Mi: 09:00 – 12:00 Uhr
Do: 14:00 – 17:00 Uhr