Macke, wa? Die Wunderfinder zerdengeln Trompeten in der Instrumentenbauwerkstatt


„So, jetzt haust du mal mit dem Hammer hier drauf – ja, genau – guck, jetzt ist da eine Macke drin… Das wäre blöd für den Musiker, oder? Also, was machen wir jetzt?“ Und kurz nachdem der Instrumentenbauer vor den erschrocken aufatmenden Wunderfindern eine Trompete zerdengelt hat, sind drei Kinder eifrig dabei, die Macke im Blech wieder fachgerecht auszutreiben. Sicherlich eine aufwändigere Arbeit, als sie hinein zu schlagen…

Die Wunderfindern sind zu Gast in der Instrumentenbauwerkstatt Matthias Vogt. Durch die Schaufenster in der Zschocherschen Straße blinken Posaunen, Hörner, Trompeten und die eine oder andere Tuba. Handgefertigt in echter Handarbeit sind einige, es werden aber auch Reparaturen oder Anpassungen an die Bedürfnisse der einzelnen Musiker an ihre Instrumente vorgenommen. Die Instrumentenbauer nehmen die Wunderfinder mit in alle Räume und zeigen, wie aus einem einfachen Blech zunächst die Form gewalzt und gebogen wird und später in unzähligen Schritten die Windungen, Züge, Mundstücke etc. eines Blechblasinstrumentes entstehen.

Das ist aber auch ein spannender Laden! Mit richtigen Handwerkern, die am Amboss oder der Werkbank ihrer Arbeit nachgehen und geduldig alle Fragen beantworten. Ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. Sofort findet sich ein kleiner Wunderfinder und weicht dem Meister kaum mehr von der Seite. Es gibt verschiedenste Werkzeuge und Biegevorrichtungen in allen Größen, es gibt ein ätzendes Säurebad, in das man lieber nicht reinfallen will und es gibt einen von Ruß schwarz gefärbten Raum, in dem die Instrumente in schweißtreibender Arbeit zu dem Hochglanz poliert werden, der dann im Konzertsaal brilliert.

Fasziniert fassen die Kinder mit an wo sie dürfen und polieren, biegen, hämmern und schmirgeln. Wie lange es dauert, bis dem Material ein einigermaßen passables Ergebnis abgerungen ist, ist eine unmittelbare Erfahrung dabei. Keine Arbeit, die sich von alleine tut: viel Kraft, aber auch Fingerspitzengefühl und natürlich Wissen sind gefragt. Aber was am Ende Wunderbares dabei herauskommt, können die Wunderfinder ebenso erleben: ein Geburtstagskind wird von zwei Mitarbeitern mit einem Ständchen bedacht. Zweistimmig klingt es durch die Werkstatt und alle lauschen andächtig, beeindruckt vom kraftvollen Klang.

Vielen Dank an Matthias Vogt und seine Mitarbeitenden, Tobias Ackerschewski und Matthias Dietze, für diese tolle Gelegenheit Ihr Handwerk und seinen Facettenreichtum zu erleben. Es hat alle Teilnehmenden nachhaltig beeindruckt, neugierig auf mehr und viel Freude gemacht! Ein herzliches Dankeschön!