Tuff tuff tuff, die Eisenbahn… Die Wunderfinder erkunden den Hauptbahnhof


„So, ab hier jetzt bitte ganz ruhig sein, hier werden die Ansagen auf den Bahnsteigen gemacht!“ Die Wunderfinder schleichen leise hinter DB-Azubi Morris Krause durch die weihnachtlich geschmückten Büros im Hauptbahnhof Leipzig. Vor vielen Bildschirmen mit noch mehr bunten Linien sitzen die MitarbeiterInnen und haben alles im Blick, Anschlüsse, Verspätungen, Wagenreihungen werden von hier oben neuerdings digital an die Fahrgäste weitergegeben.

Im Nachbarbüro werden rund 500 Bahnhöfe rund um Leipzig betreut, 3 Mitarbeiter kümmern sich darum, wenn in Zwickau ein Fahrstuhl klemmt oder ein Zug liegen geblieben ist. Und das passiert ja gelegentlich, auch jetzt, als die Wunderfinder vom Hort des Fröbel Kinderhaus Groß und Klein hinter den Kulissen der Deutschen Bahn nicht nur glitzernde Weihnachtsbäume in den Büros beobachten dürfen, sondern auch einen Zug, der abgeschleppt wird.

Früher war der Hauptbahnhof in eine preußische und eine bayrische Seite geteilt, die auf jeweils von unterschiedlichen Eisenbahngesellschaften verwaltet wurden. Jeden Morgen um 9 Uhr trafen sich die jeweiligen Bahnhofsvorsteher zum Uhrenvergleich. Und auf ein Guten-Morgen-Bier.

Heute ist Alkohol im Dienst verboten und der Bahnhof ist immernoch geteilt: das Gebäude und die heutigen Verkaufsflächen gehören bis zu den Eingängen der Gleise zum Einkaufszentrum und sind auf 100 Jahre verpachtet. Die Gleise dahinter gehören der Bahn. Räume für Büros, Verwaltung oder Wartesäle muss die Deutsche Bahn vom Einkaufszentrum anmieten. Immerhin, mit ein paar wenigen Verkaufsständen jenseits der gläsernen Wand über den Gleiseingängen kann auch die DB etwas Geld verdienen.

Herr Krause beantwortet geduldig die vielen Fragen der Kinder und greift mit Humor ihre Ideen auf. Der ein oder andere Pate bekommt auch ein paar Denkanstöße zum Thema Deutsche Bahn während der Führung und viele spannende Einblicke in das große Logistikunternehmen.

Wie das mit dem Eisenbahnfahren früher vonstatten ging, zeigt Herr Lindner vom Eisenbahnmuseum Leipzig den begeisterten Wunderfindern, die zu diesem Zweck selbst in die historische Dampflok auf dem Museumsgleis 24 klettern dürfen. Das Häuschen des Lokführers ist zum Bersten gefüllt mit lauter Kindern, schwer vorstellbar, wie hier früher bei voller Fahrt Kohle geschippt und manövriert wurde.

Vielen herzlichen Dank Herrn Krause und Herrn Lindner für die interessanten Einblicke und ihre Zeit! Die Wunderfinder werden diesen Ausflug in guter Erinnerung behalten und sich bei jeder Zugreise daran erinnern. Und dies nicht nur wegen der vielen goldenen Schokoladentäfelchen mit der Aufschrift „Lieblingsfahrgast“, die sie vertilgen durften. Vielen Dank für Ihre Reise mit den Wunderfindern und frohe Festtage!

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